Zucker – Macht er unsere Kids wirklich hyperaktiv?

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Sind Kinder wirklich aufgrund von dem Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel hyperaktiv? Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern. Sicher mache ich mir genau wie du sorgen und sehe das Thema durchaus kritisch. Deshalb habe ich mich intensiv mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt. Auch aufgrund meines Berufes als Krankenschwester werde ich von anderen Müttern oft zusätzlich mit diesem Thema konfrontiert. Sicherlich lässt sich generell bestätigen, dass zuviel Zuckerkonsum ungesund ist, besonders für die Kleinen. Aber macht nur die Dosis das Gift oder aber ist Zucker ein generelles Gesundheitsrisiko, welches es zu vermeiden gilt?

Viele der Eltern, mit denen ich beruflich und auch privat in Kontakt komme, sind der Überzeugung Zucker würde Kinder hyperaktiv machen. Manche behaupten gar, dass dadurch ADHS ausgelöst wird. Immer wieder werde ich auch von den Eltern von Hyperaktivität betroffenen Kindern angesprochen. Oft wollen die Eltern von mir wissen, ob eine Reduzierung des Zuckerkonsums sogar dabei hilft, die rastlosen Kinder zu bändigen. Denn oftmals müssen die Kinder zur Behandlung Ritalin einnehmen. Eine von Ärzten übliche Behandlung dieser Verhaltensauffälligkeit.

Ich als Krankenschwester bin der Ansicht, dass eine Medikation mit Ritalin das letzte Mittel sein sollte. Aber kann man Hyperaktivität der ADHS wirklich mit Verzicht auf Zucker behandeln oder gar heilen? Mit Vielen Kollegen, darunter auch Ärzte, habe ich mich einmal über das ganze Thema schlau gemacht.

Sicherlich wird heutzutage Zucker in den Industrienationen zu viel aufgenommen. Die Zahl der übergewichtigen Kinder bestätigt das. Für viele Krankheiten kann Zucker durchaus verantwortlich sein, beispielsweise Diabetis Mellitus Typ II. Jedoch lässt sich der Zusammenhang zwischen dem Zuckerkonsum und Hyperaktivität bei Kindern in keiner Studie wissenschaftlich belegen.

Der amerikanische Arzt Benjamin Feingold hat in den 1970er Jahren eine Studie zu diesem Thema durchgeführt. Diese Studie hat sich mit dem Thema befasst, ob künstliche Aromen und Farbstoffe zu Hyperaktivität führen können. Dr. Feingold hat aufgrund seiner eigenen Studie die Feingold-Diät erfunden, bei der sämtliche Zusatzstoffe gemieden werden sollen. Auch Zucker gehört zu den gemiedenen Lebensmitteln.

Allerdings liefert diese Studie bis heute keine wissenschaftlich fundierten Belege für die Wirksamkeit des Verzichts. Mittlerweile haben zahlreiche vertrauenswürdige Studien sogar die Wirkung von Zucker als Auslöser von Hyperaktivität ausgeschlossen.

Viele Eltern betroffener Kinder berichten aber eher von negativen Erfahrungen mit dem Konsum von Zucker. Warum aber ist das so? Eine Reihe von Forschern hat sich mit diesem Phänomen befasst. Das Ergebnis: Die Erwartungshaltung der Eltern spielt eine große Rolle. Bei der Untersuchung haben die Forscher 35 Jungen zwischen 5 und 7 Jahren zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen haben zuckerfreie Nahrung erhalten. Den Müttern der einen Gruppe allerdings wurde erzählt, dass ihre Kinder stark zuckerhaltige Kost erhalten habe. Die Mütter, die von der zuckerhaltigen Kost ausgegangen sind, haben das Verhalten ihrer Kleinen eher als auffällig bis hyperaktiv beurteilt.

Dazu kommt, dass Kindern meist der Konsum von Süßigkeiten zu besonderen Anlässen gestattet wird. Das sind meist Geburtstagsfeiern oder andere aufregende Situationen für die Kinder. Diese Aufgeregtheit wird dann fälschlicherweise dem Zuckerkonsum zugeschrieben. Ein Trugschluss ist also der Auslöser für diese Empfindung der Eltern.

Und was ist mit den Farbstoffen und Konservierungsmittel? Viele davon stehen auch im Verdacht, hyperaktives Verhalten bei Kindern hervorzurufen. Den wissenschaftlichen Beleg dazu gibt es nicht. Und doch habe ich letztens beim Einkaufen Süßigkeiten entdeckt mit dem Warnhinweis „kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“. Dazu habe ich herausgefunden, dass Lebensmittel, die diese Farbstoffe enthalten, gekennzeichnet werden müssen. Für mich persönlich ein Faktor, der die Meidung dieser Lebensmittel doch sinnvoll macht.

Laut Schulte Markwort existieren Studien, bei denen eine ausgewogene Ernährung möglichst ohne Farb- und Zusatzstoffe die Symptome von Kindern mit ADHS leicht verbessern. Das ist aber auch von Fall zu Fall unterschiedlich, da jedes Kind anders ist. Du solltest auch keine Theraphie mit der Ernährung ersetzen. In schweren Fällen ist eine medikamentöse Behandlung nicht vermeidbar. Und das wichtigste: ADHS und Hyperaktivität ist nicht das Gleiche! ADHS hat eine stark herabgesetzte Konzentrationsfähigkeit zur Folge. Bei der Hyperaktivität haben die Kinder einen ausgeprägten Bewegungsdrang.

Fazit:

Es ist also nicht richtig zu sagen, dass Zucker Hyperaktivität verstärkt oder auslöst. Du solltest aber trotzdem nicht zu viel Zuckerkonsum bei deinem Kind tolierieren. Denn Diabetis, Übergewicht und Karies werden von zu viel Zucker ausgelöst. Bei bestimmten Zusatzstoffen und Konservierungsstoffen ist aber Vorsicht geboten. Im Zweifel solltest du dich professionell beraten lassen.

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