Sehnscheidenentzündung: Ursachen, Symptome & Lösungen

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Die Sehnenscheidenentzündung ist in der medizinischen Fachsprache auch als Tendovaginitis oder Tendosynovitis bekannt. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben, geht jedoch häufig auf eine Überlastung zurück. Laien kennen die Sehnenscheidenentzündung vor allem vom Unterarm – allerdings kann sie auch andere Sehnen betreffen, zum Beispiel an den Fingern.

Entstehung

Eine Sehnenscheidenentzündung entsteht häufig durch die Überlastung einer Sehne, die eine Sehnenscheide besitzt. Die Sehnenscheide verbessert die Bewegungen der Sehne, da die Sehne durch sie vom umgebenden Gewebe getrennt ist. Dadurch reibt die Sehne sich nicht an anderen Gewebeteilen. Wird die Sehne jedoch stark beansprucht, kann eine Reibung zwischen Sehne und Sehnenscheide entstehen, was zu einer Entzündung führen kann.

Die Sehnenscheidenentzündung kann jedoch auch auf eine Infektion zurückgehen. Mögliche bakterielle Ursachen sind Staphylokokken- und Streptokokken-Infektionen. Der Zusammenhang zwischen einer Infektion mit Bakterien und einer Sehnenscheidenentzündung kann jedoch auch indirekt sein. Um beispielsweise Borrelien oder Chlamydien zu bekämpfen, setzt der Körper Antikörper ein. Manchmal sorgen diese Antikörper fälschlicherweise dafür, dass auch das Körpergewebe vom Immunsystem angegriffen wird. Auf diese Weise kann ebenfalls eine Entzündung an der Sehnenscheide entstehen.

Symptome

Eine Sehnenscheidenentzündung macht sich häufig durch Schmerzen bemerkbar. Die Schmerzen können dabei unterschiedlich stark ausgeprägt sein das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigen. Manchmal lassen sich die Schmerzen nicht eindeutig der Sehnenscheide zuordnen. Sie können sich auch so anfühlen, als kämen die Schmerzen zum Beispiel aus dem Ellbogen anstatt von der dort ansetzenden Sehne.

Darüber hinaus die Sehnenscheide typischerweise warm und geschwollen. Die Haut über der betroffenen Sehnenscheide wird häufig rot. Manche Betroffene hören oder fühlen die Reibung der Sehne in der entzündeten Sehnenscheide. Das Geräusch bzw. die Empfindung wird oft als Knirschen beschrieben.

Insbesondere morgens oder nach einer längeren Ruhepause kann sich die betroffene Körperstelle steif anfühlen. Auch allgemein schränkt die Sehnenscheidenentzündung häufig die Beweglichkeit des Körperteils ein. Beim sogenannten Schnappfinger ist dies besonders deutlich: Der Finger lässt sich nur noch ruckartig bewegen und „schnappt“ deshalb in die gestreckte Position. Vorher ist der betroffene Finger gebeugt.

Ursachen

Die Ursachen für die Überlastung sind sehr vielfältig. Beruflich und privat arbeiten heutzutage viele Menschen mit dem Computer. Durch das Tippen und die damit verbundene Körperhaltung kann die Sehnenscheide übermäßig gereizt werden. Auch die Nutzung der Maus ist in diesem Sinne mit Risiken verbunden. Scrollen mithilfe eines Rads und ständiges Klicken beanspruchen vor allem die Fingersehnen. Ähnliches gilt für andere gleichförmige Tätigkeiten, zum Beispiel beim Gemüseschneiden in einer professionellen Küche, stundenlangen Klavierspielen oder in der Pflege.

Obwohl Sport im Allgemeinen als gesund gilt, kann auch die körperliche Aktivität eine Sehnenscheidenentzündung begünstigen. Golf, häufige Wiederholungen beim Krafttraining, Klettern und Tischtennis sind Sportarten, die zu einer Reizung der Sehnenscheide führen können.

Für infektiöse Sehnenscheidenentzündungen kommt eine Vielzahl von Bakterien als mögliche Auslöser infrage:

– Staphylokokken
– Streptokokken
– Gonokokken (verursachen Gonorrhö/Tripper)
– Chlamydien (können ebenfalls Geschlechtskrankheiten hervorrufen, aber auch eine Augenerkrankung oder grippeähnlziche Infektionskrankheit)
– Borrelien (mögliche Überträger: Zecken und Läuse)

Diagnose und Behandlung

Ein Arzt kann die Sehnenscheidenentzündung oft nach der Anamnese feststellen – das heißt, der Patient beschreibt seine Beschwerden möglichst genau. Da die Symptome meist sehr typisch ausfallen, ist die korrekte Diagnosestellung üblicherweise keine großes Problem für einen Arzt. Die betroffene Stelle wird zudem von außen in Augenschein genommen.

Um zusätzliche Sicherheit zu erlangen und um den Zustand des Gelenks zu betrachten, kann ein bildgebendes Verfahren angewandt werden. Dazu gehören Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen und MRT-Bilder. Welches Verfahren genutzt wird und ob eventuell noch weitere Untersuchungen erfolgen, hängt vom Einzelfall ab.

Sobald der Arzt die Diagnose gestellt hat, folgt meist sofort die Behandlung. Dabei ist zwischen der konservativen Behandlung und der operativen Behandlung zu unterscheiden. Als „konservativ“ gelten in der Medizin alle Behandlungsformen, die keinen großen Eingriff erfordern. Bei der Sehnenscheide kommen häufig Schienen oder Verbände zum Einsatz, die die betroffene Körperstelle ruhigstellen. Bei Schmerzen werden möglicherweise entsprechende Schmerzmittel verschrieben.

Weitere Medikamente kommen je nach individueller Situation zum Einsatz. Manche Ärzte wenden beispielsweise Kortison an oder empfehlen eine Creme, die entzündungshemmende Stoffe beinhaltet.

Die operative Behandlung kommt seltener vor. Dabei wird häufig der Druck entlastet, der bei der Sehnenscheidenentzündung entstehen kann und ebenfalls Schmerzen und Unbeweglichkeit hervorrufen kann. Wenn eine infektiöse Sehnenscheidenentzündung vorliegt, behandelt der Arzt auch die Ursache. Je nachdem, um welchen Erreger es sich handelt, können zum Beispiel bestimmte Antibiotika zum Einsatz kommen.

Weitere Maßnahmen

Auch wenn die Behandlung erfolgreich ist, spielt die Vorbeugung von neuen Sehnenscheidenentzündung eine wichtige Rolle. Dies kann mit Schwierigkeiten verbunden sein, wenn der Beruf oder das liebste Hobby wahrscheinlich die Ursache für die Sehnenscheidenentzündung war.

Für die Arbeit am Computer existieren viele Möglichkeiten, um Gelenke und Sehnen zu entlasten. Eine ergonomische Maus ist zum Beispiel so geformt, dass die Hand nicht gedreht werden muss, sondern hochkant steht. Ansonsten gibt es die noch die Gaming Mäuse (ja richtig gelesen!), welche nicht immer hochkant geformt sein müssen, aber trotzdem ergonomisch sind. Diese Mäuse sind extrem bequem für die Hand, da sie auf unterschiedliche Griffarten abgestimmt sind. In dem Artikel zum Thema beste Gaming Maus auf dem Portal only4gamers gibt es da eine gute Übersicht der gängigen Computermäuse, die für eure Griffart geeignet sind. Hab mich für eine kleine Maus entschieden die zu meinem „Handflächengriff“ (jaja ich weiß) passt. Seitdem geht es um einiges besser!

Durch die Nutzung einer ergonomischen Maus kann nämlich die Sehne entlastet werden. Eine häufige Empfehlung lautet zudem, insgesamt nicht zu viel Zeit am Computer zu verbringen. Wer also im Büro arbeitet, sollte sich in der Freizeit nicht nur am Schreibtisch aufhalten. Auch richtiges Sitzen und ein gut eingestellter Schreibtisch und Bürostuhl können eine günstigere Arm- und Handhaltung bewirken. In schweren Fällen kann eine berufliche Neuorientierung erforderlich sein.

Manche Quellen empfehlen zudem leichte Maßnahmen, die jeder umsetzen kann: Bei Schmerz die Arbeit unterbrechen, Strecken, Dehnen, die Muskeln und das Gewebe stärken, bei Bedarf Kühlen und ganz wichtig: nicht den Mut verlieren. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, sich vor einer Tätigkeit aufzuwärmen – nicht nur vor dem Sport, sondern auch vor der Computerarbeit oder anderen Tätigkeiten.