Impotent mit 25? Wenn Dich ein Patient zum Nachdenken anregt

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In meinen ersten Jahren als Krankenschwerster habe ich bereits viele verschiedene Patienten und deren Schicksale miterlebt. Wenn Du einen 50 Jahre alten Mann siehst, wie er mit Herzproblemen zu kämpfen hat, bist Du nicht mehr überrascht. Unser heutiger Lebensstil mit zu viel Fast Food, zu wenig körperlicher Bewegung und dazu dem Bürojob, bei dem man 8 bis 9 Stunden am Tag vor dem Rechner sitzt, fordert seinen Tribut. Ein über Jahre hinweg mitgeschleppter, hoher Cholesterinspiegel und die Herzprobleme sind leider vorprogrammiert.

Doch heute soll es nicht um das Offensichtliche gehen, sondern um einen jungen Patienten, dessen Probleme mich irgendwie bewegt haben. Bei diesem Patienten handelte es sich um einen 25 Jahre jungen Mann, der mit Potenzproblemen zu kämpfen hatte. Zwar ist mir bewusst, dass Erektionsstörungen auch im jungen Alter auftreten können, jedoch ist es vielleicht die Tatsache gewesen, dass der Patient nicht wesentlich jünger als ich war. Irgendwie hat es mich besonders ergriffen.

Potenzprobleme treten natürlich dennoch meist bei älteren Männern auf. Wer die 50 erreicht kann alleine aufgrund der körperlichen Beeinträchtigungen Schwierigkeiten im Sexualleben bekommen. Bei den jüngeren Männern sind die Gründe komplett unterschiedlich. Ich habe mich letzten Abend hingesetzt und etwas genauer recherchiert, da mir der Patient irgendwie nicht aus dem Kopf gegangen ist. Vielleicht können die Informationen hier dem einen oder anderen Verzweifelten weiterhelfen …

Erektionsstörungen bei jungen Männern – Was sind die Ursachen?

Die temporäre Erektionsstörung ist auch bei Männern, die unter 40 Jahre alt sind keine Seltenheit mehr. Allerdings gibt es einen Unterschied bei den Erektionsstörungen von jungen Männern zu den älteren Männern – die Potenzprobleme sind in der Regel einmalig und nicht von Dauer. Die ED (erektile Dysfunktion) kann jeden Mann betreffen und dabei spielt das Alter nicht immer eine Rolle. Versagt die Erektion nur einmal oder nur selten, so liegt keine erektile Dysfunktion vor und es besteht keine Notwendigkeit, sich an einen Arzt zu wenden. Die Gründe für die einmalige Störung können folgende sein: Stress (Arbeit, Schule, Uni), zu hohe körperliche Belastung oder einfach nur Müdigkeit. Das ist die gute Nachricht, oftmals spielt sich alles im Kopf ab und die Probleme sind wirklich nur von einmaliger oder zumindest kurzer Dauer. Solltest Du jedoch feststellen, dass Deine erektile Dysfunktion bereits seit mehreren Wochen besteht, solltest Du Dir wirklich fachlichen Rat holen.

Die häufigste Ursache für ED: Stress bei der Arbeit

Die Anforderungen im Beruf werden immer höher. Das führt unmittelbar dazu, dass junge Männer täglich einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt sind. Tagsüber wird die meiste Energie, ob körperlich oder geistig verschwendet und am Abend bleibt dann für Sex oftmals keine Kraft mehr übrig. Nach der Arbeit fallen die meisten todmüde ins Bett und von Sex ist keine Rede mehr. In solchen Fällen braucht man sich nicht zu wundern, dass keine Erektion stattfindet. Schließlich ist der Körper erschöpft und er hat keine Energie mehr für sexuelle Aktivitäten. Meistens besteht in solchen Fällen immer noch eine leichte Erektion, die allerdings viel zu schwach für Geschlechtsverkehr ist.

Anhaltende Probleme, ein Grund zur Sorge?

Mit dem zunehmenden Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die organischen Ursachen der Auslöser für die erektile Dysfunktion sind. Dennoch spielen die psychischen Belastungen auch mit zunehmendem Alter eine entscheidende Rolle, wenn es um ED geht. Andersherum können auch junge Männer von organischen Ursachen betroffen sein, welche Potenzprobleme auslösen. Damit organische Ursachen ausgeschlossen werden können, muss eine Ultraschall-Untersuchung der penilen Gefäße vorgenommen werden. Die Ultraschall-Untersuchung gibt direkten Aufschluss darüber, ob die erektile Dysfunktion nicht bereits ein frühes Anzeichen für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ist. Ferner kann die erektile Dysfunktion ein Anzeichen für Diabetes sein. Die frühe Erkennung ist ebenfalls notwendig, um mit der richtigen Therapie beginnen zu können und die Krankheit in den Griff zu bekommen.

Welche Hilfe gibt es bei der Potenzstörung?

Natürlich möchten die meisten jungen Männer die Krankheit geheim halten und lieber den Gang zum Arzt vermeiden. Dennoch sollte man auf jeden Fall abklären lassen, ob es sich um eine organische- oder rein vorübergehende Potenzstörung handelt.

Heutzutage kann die Potenzstörung sehr gut medikamentös behandelt werden und ist in vielen Fällen sogar heilbar. Selbst bei rein psychologischen Potenzstörungen kann Viagra verschrieben werden, damit der Patient dennoch Spaß am Sexleben haben kann. Auch wenn ein solches Medikament rein organisch wirkt, kann eine Einnahme Blockaden lösen und Selbstzweifel beseitigen. Oftmals wird ein entsprechendes Medikament bei jungen Männern daher auch nur vorübergehend angewendet.

Die psychischen Probleme können sich nicht selten auch von alleine auflösen, wenn man genügend schläft, seinen Körper ausruhen lässt und versucht nach Möglichkeit jeglichen Stress zu vermeiden. Auch das Gespräch mit dem Partner ist hier häufig ein ausschlaggebender Faktor.

Sport kann ein sehr gutes Ventil sein, um seinen Stress abzubauen. Daher empfiehlt es sich mit dem Sport zu beginnen, damit ein Ausgleich da ist. Selbstverständlich kann Sport auch bei organischen Ursachen eine Abhilfe schaffen. Die Änderung der Lebensweise kann in vielen Fällen die Eketionsprobleme lösen, und das gewohnte Sexualleben zurückzuerlangen. Ebenfalls hilfreich kann es sein, an Anti-Stress-Programmen teilzunehmen, welche dem Patienten dabei helfen, Stress besser verarbeiten zu können.

Fazit:

Zunächst einmal möchte ich am Ende festhalten, dass nur weil es ein paar Mal nicht im Bett geklappt hat, nicht zwangsläufig direkt eine Erektile Dysfunktion vorliegt. Ich finde gerade junge Männer setzen sich heutzutage viel zu sehr unter Druck und bugsieren sich so ungewollter Weise selbst in eine entsprechende Situation. Wer sich jedoch mit dem Thema auseinandersetzt und versucht die Ursachen zu verstehen, ist meist schon wieder fast aus dem Schneider. Abbau von Stress, weniger Druckaufbau und Absprache mit dem Partner … das wird in den meisten Fällen schon weiterhelfen. Bleibt das Problem bestehen sind wir als medizinisches Fachpersonal immer da, um zu helfen. Ob es am Ende Medikamente sind, die weiterhelfen, kann der Arzt entscheiden. Fakt ist, da es sich bei jungen Männern nahezu immer um psychische Probleme handelt, ist die Aufarbeitung das wohl beste Mittel!

3 Responses

  1. Mark

    Ja die armen jungen Männer heutzutage. Es ist manchmal schon erschreckend, wie viel Druck auf den Schultern der jüngeren Generation lastet. Das sich das nicht nur psychisch sondern irgendwann auch indirekt körperlich auswirkt ist dabei für mich kein Wunder. Das Schlimme dabei ist, das die Sexualität ein wichtiger Faktor für das eigene Selbstwertgefühl ist und sich dementsprechend ein solches Problem sicherlich auf viele weitere Bereiche ausdehnen wird. Ein solches Problem sollte man wirklich ernst nehmen und schnell aus dem Weg räumen, Deine Tipps find ich sind ein guter Anfang.

    • Petra

      Ja das stimmt in der Tat. Der sogenannte „Knock-on Effekt“ kann wirlich verheerend sein. Es ist wirklich wichtig, das schnell in den Griff zu bekommen. Wenn man den Partner einbezieht und sich mit den Ursachen und Auslösern auseinandersetzt, ist definitiv der erste Schritt getan.

  2. JoGo83

    Sehe ich ähnlich. Ihr Männer müsst viel offener mit euren Gefühlen und Problemen umgehen und euch auch mal eingestehen, dass nicht jeder zu jederzeit der Hecht im Karpfenteich sein kann. Dann klappts auch wieder mit der Nachbarin 🙂

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